Traumatherapie nach Levine
= Somatic Experiencing ®
 
 

Bei vielen Erkrankungen findet man häufig als Ursache ein altes Trauma. Meistens ist dieser Zusammenhang nicht bewusst. Ein Trauma ist ein Ereignis, bei dem der/die Betroffene psychisch und/oder körperlich überwältigt wurde. Das heißt: es war einfach zu viel/zu schnell. Das Ereignis konnte nicht verarbeitet und integriert werden.

 
     
 

Die Reaktion des Körpers ist ein Schock. Das ist eine gesunde Reaktion vom Nervensystem, die uns hilft, in lebensbedrohlichen Situationen zu funktionieren. Jeder Mensch hat schon mal einen Schock erlebt und weiß, wie sich das anfühlt: z.B. wird Schmerz zunächst nicht wahrgenommen, man handelt wie ferngesteuert. Gefühle wie Watte oder Nebel und auch ein Tunnelblick können entstehen.

 
     
 

Die Natur stellt uns in solchen Situationen sehr viel Energie durch körpereigene Hormone zur Verfügung, um weglaufen oder kämpfen zu können.
Peter Levine, der sehr viel mit Kriegsveteranen gearbeitet hat, hat sich irgendwann gefragt: „Warum sind Tiere nicht traumatisiert, obwohl sie fast täglich ums Überleben kämpfen?“ Er kam nach langjährigen Forschungen zu folgendem Ergebnis:
Das Trauma liegt nicht im Ereignis, sondern im Nervensystem!

 
     
 

Und hier liegt das Problem: Bei den Traumata, die uns Menschen zustoßen, können die natürlich angelegten Regulationsmechanismen im Nervensystem manchmal nicht vollständig ablaufen. Außerdem behindert unser Verstand diese natürlichen Regulationen. Zum Beispiel kann ein Zittern oder Gähnen oder Weinen - im richtigen Moment - die Spannung im Nervensystem entladen.

 
         
  In der Traumasitzung wird das Ereignis noch mal Sequenz für Sequenz durchgearbeitet, und die natürlichen Impulse, die nicht ablaufen konnten, werden nachgeholt. Gleichzeitig wird mit Ressourcen gearbeitet: das sind alle starken Kräfte, die zum Zeitpunkt des Traumas nicht zur Verfügung standen.
Dadurch wird die Spannung im Nervensystem stückweise entladen, so dass sich Sympaticus und Parasympaticus wieder regulieren können.
 
         
  Einige Symptome, die durch Spannungen im Nervensystem entstehen können:  
  • chronische Muskelverspannungen (klassisch: Schleudertrauma)
• Schlafstörungen (das Nervensystem bleibt im Alarm-Zustand)
• Verdauungsstörungen
• Übersteigertes Hungergefühl
• Depressionen
• Ängste
• Prüfungsangst
• Übererregtheit und Reizbarkeit
• Beziehungsstörungen
• Postoperative Schmerzen, die keine medizinische Ursache haben
 
  Sehr schwere bzw. komplexe Traumata bedürfen einer langen und intensiven Behandlung, was in der Regel durch Psychologen/Psychiater und Fachkliniken geleistet werden kann.